Die Tore sind noch geschlossen – wir trauern um unseren Manitou!

Unser alter Bub mein großer Manitou – sein Körper ist leer – doch er ist überall – in meinem Herzen, in meinem Gedanken, ich sehe ihn , ich höre ihn und ich spüre ihn.

28.02.2006 – 22.05 2019

Noch nie hatte ich so viel Zeit um mich zu verabschieden. Wir wussten, dass es keinen Sinn hat zu kämpfen wir mussten akzeptieren das wir ihn nicht mehr lange bei uns haben werden. Wir haben alles versucht was möglich war und alle Mittel ausgeschöpft. Alles was uns blieb ist Tag für Tag danke zu sagen und für den nächsten Tag zu hoffen. Jede Nacht habe ich mich verabschiedet, weil ich nicht wusste ob er den Morgen noch bei uns sein wird. Es war eine sehr intensive Zeit, es war so traurig, weil er noch so viel vorhatte, er wollte immer mitten drinnen sein, mit zur Waldrunde und es ging nicht mehr. Wollte wegfahren etwas unternehmen, doch sein Körper konnte nicht mehr. Zuerst habe ich ihn noch hinten mit einer Decke gehoben und mit den Vorderpfoten ging er selbst bis zu seinem Lieblingsbaum, dort lag er und hat mich immer gerufen, wenn ich nicht bei ihm saß, dann wollte er Wasser, weil er nicht selbst auf konnte, Leckerlis oder Streicheleinheiten. Sein Futter hat er schon lange nicht mehr gegessen wir kochten für ihn. Und er bekam einfach alles was ihm schmeckte. Doch dann wurde sein Körper immer schwächer und es war für ihn eine Prozedur, wenn wir ihm mit der Decke raus getragen haben. Die letzten Tage haben wir ihm das hin und her tragen erspart und brachten ihm immer zur Türe damit er in den Garten sieht. Er wollte alles überblicken, hatte keine Zeit zum Schlafen, weil ihm alles noch interessierte. Wollte sehen was das Rudel macht wo hin ich gehe und alle 30 bis 40 min. hat er lautstark nach mir gerufen. Dann war die große Frage was möchtest du lieber Manitou und ich kam mit der Auswahl an Leckereien. Doch in der letzten Woche, hat er weder Schinken noch Leberstreichwurst genommen, die Butternudel, Faschiertes und Katzenschälchen verschmäht, er lebte nur noch von Frankfurter, Schmakkos, Käse und Lungenstangerl. Konnte sich alleine nicht mehr umdrehen und an baden gar nicht mehr zu denken. Wir haben ihn ganz kurz geschoren um ihm besser sauber halten zu können. Und man sah ihn an wie unzufrieden er mit dieser Situation war. Mir blutete das Herz ihn so zu sehen. Er wollte doch sein Körper konnte nicht mehr.  Wir stellten uns immer und immer wieder die Frage wie lange wollen wir das noch so weitermachen? Ist es ihm zumutbar? Und wird er es uns zeigen, wenn es ihn zu viel ist und er nicht mehr will? Ich sagte ihm ich warte auf dem Moment wo du nicht mehr frisst dann weiß ich was zu tun ist. Und dann war er da dieser Tag … und wir haben es noch mal verschoben… um sicher zu sein … den richtigen Zeitpunkt konnte nur er selbst wissen.

Als das Tierkrematorium ihn abholen kam da wollte ich nicht dabei sein ich sagte zu Helmut ich will nicht sehen wie sie ihn raustragen. Und ich weiß nicht warum – ich konnte immer noch nicht fassen, dass es jetzt vorbei war. Die Urne die ich ausgesucht habe, mussten sie bestellen. Da gibt es unzählige Urnen und ich suche mir die aus die einzige die nicht lagernd war. Also wieder warten ….  Nichts geschieht um sonst .. und es ist gut so! Denn alles braucht seine Zeit und ich bin noch nicht so weit um wirklich los zu lassen! Er ist noch um mich herum so spürbar.

Ich dachte mir es wird leichter sein, weil wir so viel Zeit hatten uns darauf vorzubereiten, aber das bringt genau nichts!

Ich habe es immer noch nicht wirklich begriffen das er nicht mehr da ist… ich höre ihn nachts noch nach mir rufen, dieses bellen ist in meinen Ohren und immer wieder höre ich ihn. Der Kühlschrank ist voll mit Großpackungen Frankfurter jedes Mal wenn ich ihn öffne tut es so weh. Jeden Tag teile ich sie nun auf und jedes Mal zähle ich 16.

Es riecht immer noch nach Niauli und Cajeput und wenn ich meine Augen schließe so sehe ich seinen Blick der mir sagte ich will aufstehen und durch den Garten laufen, ans Meer fahren und zu den Schafen warum kann ich das nicht.

Wir hatten eine wunderschöne Zeit für die ich sehr dankbar bin, besonders das letzte Jahr hat Manitou noch in vollen Zügen genossen und intensiv gelebt als ob er es gewusst hatte! Am Meer ist er gesprungen wie ein junger Hund und Helmut meinte immer ich soll nicht so weit mit ihm gehen, er hatte Angst das es ihn zu viel ist. Aber er dachte nicht ans umdrehen! An seinem 13 Geburtstag hatte er nur eines im Sinn – die Schafe zu ärgern und man hörte ihn hinten wie er voller Trieb und Übermut mit den Zähnen in die Luft schnappte, er hat keines erwischt die Schafe waren viel zu schnell aber das ärgerte ihn weil er wusste er kann die Herde nicht mehr halten. Er hat sich in allem schwer getan zu akzeptieren das es nicht mehr so geht wie früher. Besonders wenn die Jungen an ihm vorbei rannten und er sie nicht stoppen konnte. Er konnte alleine nicht mehr auf sein Wasserbett, konnte nicht mehr ins Hundepool und dann schaute er mich hilfesuchend und unzufrieden an.

Alt werden ist eines aber sich nicht mehr bewegen zu können, wenn man sein Leben lang ein Powerbär war und Action liebte. Ein so temperamentvoller Rüde wie Manitou war verzweifelt daran. Und ihn so zu sehen ist wirklich nicht leicht.

Genauso will ich ihn auch in Erinnerung behalten. Als meinen kräftigen wilden dominanten Bären. Wie oft er auch mit seinem Bruder Yukon Meinungsverschiedenheiten hatte hinten nach schleckten sie sich gegenseitig die Wunden und dann waren sie für einige Monate wieder beste Freunde. Er war ein so harter Bursche steckte alles weg und war bis zu Letzt ein Kämpfer der das Leben liebte.

Er fehlt mir so sehr! Sehe ihn mit seinem Bruder unseren Berg rauf laufen als ob es gestern war, dann rein in Pool um zu kühlen. Die Beiden waren Muskelpakete. Nun sind sie wieder vereint und Apatschi hat ihre beiden Söhne wieder.

Du warst ein so wundervoller Hund mein großer Manitou! Du hast DEINEN Platz in meinem Herzen füllst ein Buch meines Lebens wir werden diese Geschichten noch viele Male erzählen und jedes Mal wenn wir an dich denken dann tun wir das in Ehre und Dankbarkeit, du warst ein Teil unseres Glücks!

Danke Manitou!

Bis an den Tag … an dem wir uns wiedersehen wünsche ich dir einen See und Steckis die fliegen, Qietschis die dauerquietschen und nicht nach 5 min. kaputt sind. Und einen Strand mit unendlichen Weiten wo du laufen kannst so schnell du kannst und so weit du möchtest! Wie sehr ich dich liebe … wie sehr du mir fehlst … jetzt bist du bei Michi, Gerda und Chumani das tröstet mich euch 4 wieder vereint zu wissen.

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